Hacke liebt Uslarer Stracke

Veröffentlicht: Samstag, 21. September 2019 Geschrieben von Detlef Lang

Fast 200 Zuschauer kamen zur Lesung mit dem Schriftsteller

Gern gesehen in Uslar: Schriftsteller und Journalist Axel Hacke. FOTO: HANS-PETER NIESEN
Gern gesehen in Uslar: Schriftsteller und Journalist Axel Hacke. FOTO: HANS-PETER NIESEN

VON HANS-PETER NIESEN

Uslar – Die Uslarer Stracke schmeckt dem Münchener Journalisten und Schriftsteller Axel Hacke bestens: Nach seinem Auftritt verriet er den fast 200 Zuhörern, dass er während seiner Lesung die ganze Zeit gedacht habe, hoffentlich haben sie die Stracke nicht vergessen.

Die leckere Wurst hatte er bei seinen vorausgegangenen Auftritten vom Uslarer Literatur- und Kunstkreis erhalten, der die erneuten amüsanten, mitunter nachdenklichen zwei Stunden organisiert hat. Und natürlich hatte der Kulturkreis sie nicht vergessen.

Die zweite Vorsitzende, Kristina Bäthe, überreichte Axel Hacke die kunstvoll verpackte Wurst nach der Vorstellung unter dem begeisterten Beifall der Zuhörer. Allerdings verriet Kristina Bäthe nicht, aus welcher Quelle sie stammt. Dafür übergab sie dem 63-Jährigen noch ein Sixpack Uslarer Bergbräu mit auf den Weg. Axel Hacke bedankte sich mit einem Kompliment: „Bier haben wir in München natürlich auch, aber nicht so gutes.“

Die Uslarer haben es gerne gehört. Sie lieben den geborenen Braunschweiger für seine geschliffenen Sätze, seine Pointen und seine Geschichten aus dem Leben und Arbeiten eines Journalisten, der über viele Jahrzehnte für die Süddeutsche Zeitung tätig war und ist. Offenbar beruht diese Zuneigung auf Gegenseitigkeit, denn der Autor ist bereits mehrfach im Solling aufgetreten. „Drei- oder viermal!“ Genau weiß er es nicht mehr.

Der erste Teil der Lesung gehörte seinem neuen Buch „Wozu wir da sind - Walter Wemuts Handreichungen für ein gelungenes Leben“, das zurzeit auf Platz 11 der Spiegel- Bestseller-Liste steht. In ihm geht es um „Nachrufe, also, wenn die Sache gelaufen ist, dann bin ich (Walter Wemut) dran“.

Die Zeitung hat das eingeführt, eine eigene Seite nur für die Toten und für mich, einmal die Woche. Aber nicht nur für die berühmten Toten, auch für die ganz normalen Menschen…“

Eins wurde das Publikum mit dem Autor, als es um den Tod des Schlagersängers Gus Backus ging und seinen großen Hit aus den 1960er-Jahren „Da sprach der alte Häuptling der Indianer“. Publikum und Autor stimmten gemeinsam die ersten Zeilen an und beendeten sie mit dem markanten „uff“.

Idiotisch nannte Axel Hacke den Text aus heutiger Sicht. Man nehme den Indianern das Land und zum Ausgleich wird der Häuptling Kondukteur (Schaffner). „Für uns war es damals ein harmloses Lied“, erinnerte er sich an seine Kindheit und Zeiten, in denen vieles anders war als heute. In der Pause bildete sich eine lange Schlange meist weiblicher Fans vor Axel Hacke, die sich die Neuerscheinung signieren lassen wollte. Das tat die Edelfeder gerne mit einem freundlichen Lächeln und eben solchen Worten. Auch das ein oder andere Fotos wurde schnell „geschossen“.

Im zweiten Teil streifte Hacke durch seine Kolumnen, die er für die Süddeutsche geschrieben hat. Teils hochaktuell, teils schon einige Jahre alt, gespickt mit Sprachwitz und treffsicher gesetztem Witz. Autor und Publikum blühten auf und freuten sich schließlich gemeinsam über einen gelungenen Abend. Ein nächster Auftritt in Uslar ist nicht auszuschließen.

Quelle: HNA - Sollinger Allgemeine vom 21. September 2019

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