LaLeLu löst Begeisterung aus

Veröffentlicht: Donnerstag, 12. Mai 2022 Geschrieben von Detlef Lang

Gruppe überzeugt Uslarer Publikum mit A-Cappella-Comedy

VON GUDRUN PORATH

Kam sehr gut an: Das Ensemble LaLeLu aus Hamburg mit (von links) Tobias Hanf, Frank Valet, Jan Melzer und Sanna Nyman. FOTO: GUDRUN PORATH
Kam sehr gut an: Das Ensemble LaLeLu aus Hamburg mit (von links) Tobias Hanf, Frank Valet, Jan Melzer und Sanna Nyman. FOTO: GUDRUN PORATH

Uslar – Wer nah am Ital wohnt, ist quasi ein Italiener. Diese logische Folgerung der Musiker der A-Cappella-Comedy-Gruppe LaLeLu gefiel dem Publikum im Forum des Gymnasiums in Uslar gut. Die 140 Gäste zeigte sich von Anfang an begeistert von den musikalischen Künsten der vier Profis auf der Bühne und ließen sie erst nach mehreren Zugaben gehen.

„Setzt euch ruhig wieder hin, es dauert noch eine Weile“, sagt Sanna Nyman zur Freude der Zuhörer, die gar nicht genug bekommen können von diesem besonderen Konzert. Die ausgebildete Mezzosopranistin aus Lahti in Finnland ist das sehens- und hörenswerte weibliche Element neben Jan Melzer, Tobias Hanf und Frank Valet, die zusammen LaLeLu sind. In Uslar bringen sie ihr aktuelles Unplugged-Programm zu Gehör. Wie bei A-Cappella-Gruppen üblich, singen sie nicht nur, sondern ahmen fast alle Instrumente mit ihren Stimmen nach, sodass es sich anhört, als ob ein ganzes Orchester auf der Bühne steht.

Künstler und Publikum sehen sich in Uslar zum ersten Mal. „Wer hat uns schon mal gesehen?“ fragt Jan Melzer, kein Finger hebt sich. Macht nichts, auch LaLeLu war noch nie hier und ist überrascht. „Ist ja ganz schön bergig hier in Südniedersachsen!“, stellen sie fest. Dafür ist die Ausstattung gut. „In der Elbphilharmonie mussten sie extra für uns Barhocker anschaffen“, merkt Sanna Nyman an, in Uslar gibt es die schon.

Auch die Veranstalter und die professionelle Technik vor Ort loben die Musiker. Sie haben mit Jonas Schütt einen eigenen Tonmann mitgebracht, ihr besonderes Lob aber geht an Hans-Jörg Helmbrecht, der die Veranstaltungen des Literatur- und Kunstkreises Uslar regelmäßig mit Ton ausstattet. Bei soviel guter Vorbereitung brauchen die Sänger kein Warmspielen, der Funke zum Publikum springt sofort über.

LaLeLu liefern ab und überzeugen mit Können, Spielfreude und Wortakrobatik in ihren Liedern und Moderationen. Tobias Hanf, begnadeter Stimmenimitator und Bass, lässt Johnny Cash bei Ring of Fire vergessen und verwandelt das Forum mit einer Arie aus der Oper Xerxes mal eben in ein Opernhaus.

Frank Valet lässt die Zuhörer dahinschmelzen mit seiner Interpretation von „My one and only love“ und aufmerken, als er Rammstein interpretiert. Jan Melzer wird auf offener Bühne zu Elvis, um dessen „All shook up“ in „Lütt Lena so drall“ plattdeutsch abzuwandeln und zusammen mit Sanna Nyman zu Bradley Cooper und Lady Gaga, die sich im Duett Shallow anhimmeln.

Und wer hätte gedacht, dass vier Koffer zu formidablen Percussion-Instrumenten werden können, auf denen sich perfekt „Wild Boys“ von Duran Duran intonieren lässt. Im Text zum Jubiläumssong der Band, 2020 hätte eigentlich das 25-jährige Bestehen gefeiert werden sollen, verarbeiten die Bandmitglieder ihre vielfältigen Persönlichkeiten. Weil die Melodie zu „LaLeLu“ von „Halleluhja“ stammt und das fast jeder im Saal kennt, singt das Publikum beim Refrain einfach mit, zur Begeisterung der Musiker auf der Bühne. Das Herz des Uslarer Publikums haben LaLeLu im Sturm erobert und umgekehrt ist es womöglich genau so. zyp

Quelle: HNA - Sollinger Allgemeine vom 12. Mai 2022

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